01.02.2012

Altenpflege-ein Beruf mit Zukunft

Porträt einer Auszubildenden


Die Zahl älterer Menschen wird durch die längere Lebenserwartung in den nächsten Jahren weiter steigen. Gut ausgebildete Altenpfleger / innen werden vermehrt gesucht. Entsprechende Stellenangebote beschreiben den Beruf der Altenpflege als zukunftsorientiert, vielseitig und spannend. Wie aber sieht die Realität aus? Ist es ein Traumberuf? Ist es ein sicherer Job?
Eine Auszubildende gibt Auskunft.
Anika Welsch befindet sich im 3. Ausbildungsjahr für ihre zukünftige Tätigkeit als examinierte Altenpflegerin. Die Ausbildungseinrichtung ist das AWO Seniorenzentrum „Clara Zetkin“ in Eggersdorf (MOL) eine stationäre Senioreneinrichtung des AWO Bezirksverbandes Brandenburg Ost e. V. mit 75 Plätzen

Vor dem Bildschirm im Pflegedienstzimmer sitzt eine junge Frau am PC und dokumentiert verschiedene Maßnahmen der von ihr betreuten Bewohner. Sie trägt die typische Berufsbekleidung des Pflegebereiches und nur an ihrem Namensschild ist sie als Auszubildende erkennbar.
Sieht so der zukünftige Arbeitstag einer Altenpflegerin am PC aus? Anika lacht, es gehört dazu, es ist ein wichtiger Teil meiner Tätigkeit. Wir arbeiten hier im Team, da ist es wichtig dass alle Kollegen die mit mir arbeiten und die in der kommenden Schicht tätig sind, mit gleichem Kenntnisstand umgehen können. Darüber hinaus ist es die Dokumentation der geplanten und durchgeführten Pflege. Für mich gehört es inzwischen zum gewohnten Ablauf des Tages dazu.
Wie sieht so ein Tagesablauf in einer stationären Pflegeeinrichtung für eine Auszubildende aus? Der Frühdienst beginnt mit der Übernahme von der vorangegangenen Schicht. Das ist bei mir dann 6.00 Uhr. Es folgt die Begleitung der Bewohner beim Aufstehen, der Körperpflege und des Kleidens bis hin zum Frühstück. Danach, je nach Gesundheitszustand, erfolgt die Hilfe bei unterschiedlichen Mobilisationsmaßnahmen, Toilettengängen und Behandlungspflegen. Dem bettlägerigen Personenkreis leiste ich Unterstützung zur persönlichen Körperhygiene. Beschäftigungsangebote für die Senioren finden am Vor- und Nachmittag statt. Wenn erforderlich, führe ich unter Aufsicht, so wie am heutigen Tage, eine Wundbehandlung durch (Foto). Später schließt sich das Mittagessen für unsere Bewohner an, Medikamentenvergabe und Mittagsruhe. Später, nach beendeter Dokumentation von Pflegeberichten über besondere Tagesereignisse, erfolgt um 14.00 Uhr die Dienstübergabe.

Von mir, im dritten Jahr meiner Ausbildung, sagt Anika, wird schon viel Selbständigkeit und Eigenverantwortung erwartet. Praktisch heißt es, die Senioren auf der Etage individuell und nach ihren Bedürfnissen zu pflegen.
Für Besucher mag der Ablauf spontan aussehen, aber ich arbeite nach einem bewohnerbezogenen Pflegeplan, auf der Grundlage von Pflegestandards, Teambesprechungen, Pflegevisiten  und ärztlichen Anweisungen. Ich habe die Möglichkeit auf Unterstützung durch meinen Praxisanleiter oder aber die Kollegen aus dem Wohnbereich zurückzugreifen. Ich muss sagen, das war für mich schon ein großer Vorteil, dass mich die Mitarbeiter im Pflegebereich von Anfang an akzeptiert und in meiner Ausbildung unterstützt haben.
Unabhängig von der praktischen Seite gehört in der geriatrischen Arbeit natürlich auch eine gehörige Portion theoretisches Wissen dazu. Ich musste lernen, wie unter Beachtung biographischer Kenntnisse situationsbezogen gepflegt wird, wie ich mit dem älteren Menschen kommunizieren kann oder aber an einer Therapie für den Bewohner mitarbeite.

In der Rückschau auf meine bisherige Ausbildung sind es ziemlich viele Lernfelder die es zu beherrschen gilt. Es war aus heutiger Sicht betrachtet eine gute Entscheidung, dass ich noch während meiner Schulzeit ein Praktikum in einer Senioreneinrichtung gemacht habe. Insofern hatte ich einen ungefähren Überblick über die Arbeit in einer Senioreneinrichtung. Ich denke es ist wichtig, vor Beginn der Ausbildung zu wissen, dass im Pflegeberuf Menschen über 24 Stunden, am Feiertag und am Wochenende betreut werden müssen. Das muss man akzeptieren.

In meiner Tätigkeit finde ich Freude. Es macht mir Spaß für ältere Menschen zu arbeiten. Mitunter kann eine Geste, ein Lächeln eines Bewohners für die Mühen einer ganzen Woche belohnen.
Im September dieses Jahres will ich die Prüfung als examinierte Altenpflegerin mit Erfolg bestehen. Unabhängig davon weiß ich natürlich, dass es in meinem Arbeitsgebiet keine Routine gibt, unvorhersehbare Situationen sind immer möglich. Es ist die Arbeit für und mit Menschen, eben eine tägliche Herausforderung.

(auf dem Foto sind die Auszubildende, Anika Welsch und Sebastian Ludwig, Altenpfleger, zu sehen)

Ihr Kommentar

Die mit (*) gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.